Die Zentrale Aufnahmeprüfung, kurz ZAP, entscheidet jedes Jahr darüber, welche Schülerinnen und Schüler im Kanton Zürich nach der 6. Primarklasse einen Platz am Langgymnasium erhalten. Für viele Familien ist das die erste grosse Weichenstellung in der Schullaufbahn ihres Kindes.

Wenn Ihr Kind 2027 antritt, finden Sie hier alles Wesentliche auf einen Blick: Termine, Prüfungsformat, Bestehensgrenze und die wichtigsten Punkte zur Vorbereitung.

Dieser Beitrag bezieht sich ausschliesslich auf die ZAP fürs Langgymnasium, also den Eintritt direkt nach der 6. Primarklasse. Für den Eintritt ins Kurzgymnasium nach der 2. oder 3. Sekundarklasse gibt es eine separate Prüfung mit anderem Stoff und eigener Bewertung — beide finden im Kanton Zürich am gleichen Tag statt. Details dazu im eigenen Beitrag zur ZAP 2.

Die wichtigsten Termine im Überblick

TerminDatum 2027
Zugangsdaten anfordern (Vor-Anmeldung)ab 1. September 2026
Anmeldefenster (online über zh.ch/zap)1. Januar bis 10. Februar 2027
ZAP Langgymnasium (schriftlich)Montag, 8. März 2027
ZAP ResultateEnde März bis Anfang April 2027
Probezeit am LanggymnasiumAugust 2027 bis Januar 2028

Wichtig: Die Zugangsdaten für das Online-Portal können bereits ab dem 1. September 2026 angefordert werden. Die eigentliche Anmeldung selbst ist erst zwischen dem 1. Januar und 10. Februar 2027 möglich. Die Anmeldegebühr beträgt CHF 50 und ist nicht rückerstattbar.

Im Schulpfad Pathway Map finden Sie die jeweils aktuellen Termine pro Schule.

Wer muss zur ZAP fürs Langgymnasium

Das Langgymnasium ist das sechsjährige Gymnasium, das direkt im Anschluss an die 6. Primarklasse beginnt. Wer dort eintreten möchte, muss die zentrale Aufnahmeprüfung bestehen.

Voraussetzungen sind die laufende 6. Primarklasse im Kanton Zürich, ein Geburtsdatum nach dem 15. Juli 2012 (für den Eintritt 2027/28) und eine Anmeldung durch die Eltern bis zum 10. Februar 2027. Eine bestimmte Vornoten-Hürde gibt es für die Anmeldung selbst nicht.

Nach sechs Jahren führt der Weg zur eidgenössisch anerkannten Gymnasialen Maturität, die direkten Zugang zu allen Schweizer Universitäten gewährt. Die öffentlichen Kantonsschulen sind kostenfrei — es fallen lediglich Material- und Exkursionskosten an.

Prüfungsfreie Aufnahme

Wer das Zulassungsverfahren für ein öffentliches Langgymnasium in einem anderen Kanton bereits erfolgreich durchlaufen hat, kann sich prüfungsfrei für ein Zürcher Langgymnasium anmelden. In diesem Fall entfällt die ZAP, der Aufnahmeentscheid des anderen Kantons wird anerkannt.

Was wird geprüft

Die ZAP fürs Langgymnasium ist eine schriftliche Prüfung in Deutsch und Mathematik. Mündliche Teile gibt es an den öffentlichen Kantonsschulen nicht. Alles findet an einem einzigen Vormittag statt.

TeilDauerGewicht in der Prüfungsnote
Sprachbetrachtung und Textverständnis (Deutsch)45 Minuten1/4
Mathematik60 Minuten1/2
Aufsatz (Deutsch)60 Minuten1/4

In der Sprachbetrachtung geht es um Grammatik, Wortschatz und Textverständnis. Im Aufsatz schreiben die Kinder einen eigenen Text zu einem vorgegebenen Thema. In Mathematik werden Aufgaben aus Arithmetik, Algebra und Geometrie geprüft.

Wichtig: Die Mathematikprüfung zählt doppelt so viel wie jeder einzelne Deutschteil. Insgesamt ergibt das eine Prüfungsnote, in der Deutsch und Mathematik je zur Hälfte einfliessen.

Erlaubte Hilfsmittel

In der Mathematikprüfung sind keine Taschenrechner erlaubt. Zugelassen sind nur Geodreieck, Zirkel, Bleistift und Radiergummi (letztere beiden ausschliesslich für Geometrieaufgaben). Für die Deutschprüfung darf ein Wörterbuch mitgenommen werden, entweder der Duden Band 1 oder das in der Primarschule verwendete Wörterbuch.

Die 50/50-Regel: wie die Bestehensgrenze berechnet wird

Für Kinder aus einer öffentlichen Zürcher 6. Primarklasse setzt sich die Schlussnote aus zwei gleich gewichteten Teilen zusammen. Zur Hälfte zählt die Vorleistungsnote, also der Durchschnitt der Zeugnisnoten in Deutsch und Mathematik aus dem letzten Halbjahr der 6. Primar. Zur anderen Hälfte zählt das Prüfungsergebnis, der Durchschnitt der beiden geprüften Fächer.

Bestanden ist die ZAP unter dieser Regel, wenn der Durchschnitt aus den beiden Teilen mindestens 4.75 beträgt.

Ein konkretes Beispiel

KomponenteNote
Vorleistungsnote (Deutsch + Mathe in der 6. Primar)5.0
Prüfungsdurchschnitt4.5
Schlussnote(5.0 + 4.5) / 2 = 4.75 ✅ bestanden

Daraus folgen zwei Punkte, die im Alltag oft unterschätzt werden:

  1. Solide Schulnoten sind ein Polster. Wer mit einer Vorleistungsnote von 5.5 antritt, kann sich an der Prüfung selbst eine 4.0 leisten und besteht trotzdem.
  2. Die Prüfung allein entscheidet nicht. Ein guter Prüfungstag rettet selten ein schwaches Halbjahr, und ein schlechter Prüfungstag kostet selten ein starkes Halbjahr.

Genau deshalb lohnt sich das letzte Halbjahr vor der ZAP fast genauso wie die Prüfungsvorbereitung selbst.

Sonderfall: Kinder aus Privatschulen oder von ausserhalb des Kantons

Die Vorleistungsnote zählt nur, wenn das Kind zum Zeitpunkt der Anmeldung eine öffentliche 6. Primarklasse im Kanton Zürich besucht. In allen anderen Fällen — also bei Kindern aus privaten Primarschulen, aus anderen Kantonen oder aus dem Ausland — fliesst die Vorleistungsnote nicht in die Bewertung ein.

Für diese Kinder ist die Schlussnote identisch mit dem Prüfungsergebnis. Bestanden ist die ZAP dann mit einer Prüfungsnote von mindestens 4.5. Der Bestehenswert ist also tiefer angesetzt, weil die ausgleichende Wirkung der Vorleistungsnote fehlt.

Praktisch heisst das: Wer aus einer privaten Primarschule ans öffentliche Langgymnasium will, hängt zu 100 Prozent vom Prüfungstag ab.

Welche Schulen verlangen die ZAP fürs Langgymnasium

Im Kanton Zürich bieten sieben öffentliche Kantonsschulen ein Langgymnasium an:

  • Kantonsschule Freudenberg (KFR)
  • Kantonsschule Hohe Promenade (KSHP)
  • Kantonsschule Limmattal in Urdorf (KSL)
  • Literargymnasium Rämibühl (LG)
  • Realgymnasium Rämibühl (RG)
  • Kantonsschule Wiedikon (KWI)
  • Kantonsschule Zürich Nord (KZN)

Die übrigen Zürcher Kantonsschulen (Stadelhofen, Enge, Hottingen, MNG Rämibühl, Liceo Artistico) führen ausschliesslich ein Kurzgymnasium und nehmen erst nach der 2. oder 3. Sekundarklasse auf.

Standorte, Profile und Schwerpunkt­fächer der einzelnen Schulen finden Sie im Schulexplorer.

Schulwahl und Schulzuteilung

Bei der Anmeldung geben Sie eine Erst- und Zweitwunsch-Schule an. Grundsätzlich gilt für die Zürcher Mittelschulen die freie Schulwahl. Bei Überbelegung einer Schule kann der Kanton allerdings vor oder nach der ZAP Umteilungen vornehmen — die definitive Schulzuteilung wird also nicht garantiert. In den meisten Fällen erhalten Familien jedoch ihren Erstwunsch.

Privatgymnasien: eigene Prüfungen, ein wichtiger Unterschied

Private Gymnasien führen für ihr Langgymnasium eigene Aufnahmeverfahren durch, oft am gleichen Tag wie die kantonale ZAP, aber mit eigenen Aufgaben, eigenen Fristen und teilweise mündlichen Gesprächen.

Beispiele aus Zürich:

  • Freies Gymnasium Zürich (FGZ) mit Anmeldefrist im Februar 2027 und schriftlicher Prüfung im April 2027, mündliche Prüfungen folgen kurz darauf
  • Freie Katholische Schulen Zürich (FKSZ) mit Prüfungstag am Datum der kantonalen ZAP und optionalen mündlichen Prüfungen für Grenzfälle

Hausmatura oder Schweizerische Maturitätsprüfung

Beim Vergleich von Privatgymnasien lohnt sich ein zweiter Blick auf den Maturweg. Beide Wege führen zu einer eidgenössisch anerkannten Maturität mit automatischem Zugang zu allen Schweizer Universitäten — der Unterschied liegt darin, wo und vor wem die Prüfung abgelegt wird.

Schulen mit Hausmatura. Die Schule hat vom Bund die Anerkennung als Maturitätsschule und darf die Prüfung im eigenen Haus durchführen. Die Aufgaben werden von den Lehrpersonen der Schule erstellt, die Prüfung läuft vor Ort und wird von schulinternen Examinatoren bewertet, oft mit kantonalen Co-Examinatoren. Die Schülerinnen und Schüler kennen ihre Prüfer, das Niveau richtet sich am gelehrten Stoff aus, die Bestehensquoten liegen typischerweise hoch.

Schulen ohne Hausmatura. Die Schule bereitet auf die Schweizerische Maturitätsprüfung vor, die vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) organisiert wird. Die Prüfung findet zentral statt — in der Deutschschweiz typischerweise in Bern und Basel — und wird von einer eidgenössischen Maturitätskommission durchgeführt. Die Aufgaben kommen von extern, die Examinatoren sind nicht die eigenen Lehrpersonen, und die Bestehensquoten liegen tiefer als bei der Hausmatura. Wer besteht, erhält denselben Maturitätsausweis mit denselben Rechten.

Für Familien, die ein Privatgymnasium wählen, ist die Frage „mit oder ohne Hausmatura” eines der wichtigsten praktischen Entscheidungskriterien. Sie hat keinen Einfluss auf die Anerkennung, aber spürbaren Einfluss auf den Prüfungsalltag, das Druckniveau in der vierten oder sechsten Klasse und auf die Erfolgsaussichten.

Die genauen Termine, Profile und Matura-Wege aller Privatgymnasien sind in den Schulprofilen hinterlegt.

Realistische Vorbereitung

Aus Erfahrung Zürcher Familien und veröffentlichten Statistiken lassen sich einige Punkte ableiten, die in der Praxis den grössten Unterschied machen.

Sechs bis neun Monate strukturiertes Üben reichen für die meisten Kinder. Wer ein Jahr lang täglich zwei Stunden büffelt, verliert oft die Motivation, bevor es zählt. Wer vier Wochen vor der Prüfung anfängt, hat selten genug Zeit, um die typischen Aufgabentypen sicher zu beherrschen.

Die Vorleistungsnote nicht vernachlässigen. Wegen der 50/50-Regel ist jede Verbesserung im Schulhalbjahr direkt prüfungs­relevant. Eine 4.5 in einem Prüfungsfach ist im letzten Semester schwer aufzuholen, und sie kostet später bare Punkte.

Mit Originalprüfungen üben. Die Aufgabenstellung der ZAP hat eine eigene Sprache. Der Kanton publiziert ehemalige Prüfungen kostenlos auf zh.ch. Viele Vorbereitungs­anbieter arbeiten ebenfalls mit diesem Material, oft ergänzt um eigene Übungssets.

Aufsatz und Textverständnis ernst nehmen. Beide machen rund die Hälfte der Deutschnote aus, lassen sich aber schlechter „auswendig lernen” als Mathematik. Regelmässiges, betreutes Schreiben über Monate bringt mehr als ein Crashkurs in den Sportferien.

Probeprüfungen unter Realbedingungen. Mindestens zwei bis drei vollständige Probedurchläufe, jeweils zur gleichen Tageszeit und in voller Länge, bauen die Routine auf, die am Prüfungstag sonst fehlt.

Vorbereitungskurse: was es in Zürich gibt

In Zürich gibt es eine grosse Auswahl an Anbietern für die ZAP-Vorbereitung. Das Angebot reicht von Gruppenkursen mit fünf bis acht Kindern bis zu individuellen Tutorien, von Halbjahres­kursen bis zu Intensiv-Ferienwochen.

Die Preisspanne liegt grob zwischen CHF 1 500 und CHF 4 000 pro Kind. Erfolgsquoten werden teils kommuniziert. Einzelne Anbieter sprechen von Bestehensquoten zwischen 80 und 93 Prozent. Diese Zahlen sind allerdings schwer vergleichbar, weil sich das Ausgangsniveau der zugelassenen Schülerinnen und Schüler von Anbieter zu Anbieter stark unterscheidet.

Im Schulexplorer haben wir die in Zürich aktiven Anbieter zusammengetragen, darunter LearningCulture, Lern-Forum, Gymivorbereitung Zürich, Nachhilfe Akademie, Schlaumacher und Edufox, jeweils mit Kursformaten, Gruppengrössen, Standorten und Preisen.

Häufige Fragen

Was passiert, wenn mein Kind die ZAP nicht besteht? Es gibt keinen zweiten Versuch im selben Jahr. Das Kind tritt nach den Sommerferien in die 1. Sekundarklasse über. Von dort aus ist später ein Wechsel ins Kurzgymnasium möglich, entweder über die ZAP nach der 2. oder 3. Sek oder über ein Privatgymnasium mit eigener Aufnahmeprüfung.

Was, wenn mein Kind am Prüfungstag krank ist? Krankheitsfälle müssen unverzüglich der Schulleitung gemeldet werden, und innerhalb von drei Tagen muss ein ärztliches Zeugnis eingereicht werden. In diesem Fall wird das Kind zur Nachprüfung aufgeboten. Wer aber zur Prüfung antritt, gilt als prüfungsfähig — ein nachträglich eingereichtes Arztzeugnis wird dann nicht mehr berücksichtigt.

Hat die Probezeit am Gymnasium eine Bedeutung? Ja. Die ersten sechs Monate am Langgymnasium gelten als Probezeit. Wer am Ende des ersten Semesters die Anforderungen nicht erfüllt, wechselt zurück in die öffentliche Sekundarschule, typischerweise in die 1. Sek A. In der Praxis bestehen die meisten Aufgenommenen die Probezeit. Eine genaue, kantonsweite Quote wird allerdings nicht regelmässig publiziert.

Können wir die Prüfung wiederholen? Nicht im selben Jahr. Wer die Langgymnasium-ZAP nicht besteht, kann später aus der Sekundarschule heraus zur Kurzgymnasium-ZAP antreten.

Worin unterscheiden sich die Langgymnasien voneinander? Im Kern bieten alle sieben öffentlichen Schulen denselben Lehrplan und führen zur gleichen Maturität. Unterschiede liegen vor allem im Profil­angebot (z. B. Schwerpunkt­fächer Latein, Italienisch, Wirtschaft, Bildnerisches Gestalten), in der Schulkultur und im Standort.

Fazit

Die ZAP fürs Langgymnasium ist anspruchsvoll, aber kein Lottospiel. Wer die 50/50-Regel verstanden hat, die Vorleistungsnote ernst nimmt und sich strukturiert vorbereitet, hat realistische Chancen.

Im Schulpfad Pathway Map sehen Sie den vollständigen Überblick über alle Wege durchs Zürcher Bildungs­system, inklusive Termine, Profile und einer Vergleichsfunktion für die Schulen, die zu Ihrem Kind passen könnten.


Quellen: zh.ch/zap (kantonale Bildungsdirektion), Jahresberichte der Zürcher Kantonsschulen, eigene Recherche der Schulpfad-Redaktion. Stand: April 2026. Aktualisierungen erfolgen, sobald der Kanton neue Termine oder Reglemente publiziert.